Die Globalisierung

 

Begriffe

Globalisierung ist die weltweite Verflechtung (= Vernetzung) von hauptsächlich wirtschaftlichen Aktivitäten und Strukturen (Management, Produktion und Transport). Diese Intensivierung der globalen Beziehungen wird durch den technischen Fortschritt, insbesondere in den Kommunikations- und Transporttechniken, und die Liberalisierung des Welthandels erleichtert.

Neues Wort

Vor 1990 war das Wort Globalisierung nicht im Gebrauch: man sprach eher von der Internationalisierung der Wirtschaft.

Freihandel≠ Protektionismus

der Liberalismus, der Freihandel, die  Marktwirtschaft. = freier Wettbewerb privater Unternehmen ohne staatliche Bevormundung mit Preisen, Löhnen und Gewinnen, die sich aus dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage (l’offre et la demande) ergeben und Leistung belohnen sollen.

 

Folgen der Globalisierung

9  Intensivierung der internationalen Arbeitsteilung: sie ist die weltweite geografische Verteilung wirtschaftlicher Aktivitäten, die sich an den Standortvorteilen bestimmter Länder orientiert (z. B; günstige Arbeitskräfte für die Textilindustrie in China).

9  Massive Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Osteuropa  (nach dem Zusammenbruch des sowjetischen  Herrschaftssystems) und in die Volksrepublik China, die einen riesigen Absatzmarkt ermöglicht.

9  Auf dem Weg zu einer „Weltkultur“: die Unterhaltungsindustrien bringen überall sich gleichende „Produkte“ auf den Markt (Fernsehprogramme, Kinokomplexe, Freizeitparks wie DisneyLand, Sportveranstaltungen, usw...)

9  Norden und Süden wechseln: Auf weltlicher Ebene gibt es reiche, hochentwickelte Länder:  „die Länder des Nordens“  und arme Länder:die des Südens. Die „Länder des Südens“ sind die Entwicklungsländer. Heute muss man differenzieren. Indien und China sind zwei „Schwellenländer“, die dem Norden nahe kommen, weil sie einen bedeutenden Aufschwung erleben. In dem Süden stellen die Erdölländer wie Saudi-Arabien und Nigeria eine Ausnahme von der Regel dar.

9  Neue Begriffe:

 

„Global Governance“ (Weltordnungspolitik): Kooperative Gestaltung der Globalisierung durch staatliche und nichtstaatliche Akteure (UNO, Nichtregierungsorganisationen = ONG), die im Interesse der Weltbevölkerung ein Gegengewicht zur rein ökonomischen Entwicklungslogik der globalisierten Märkte bilden soll. Zum Beispiel „Greenpeace“ oder „WWF“ im Umweltbereich

 „Global Players“ (multinationale Konzern)

„altermondialisme“: alternative Formen der Globalisierung – Globalisierungskritiker für eine Globalisierung „ mit menschlichem Antlitz“ (à visage humain“), zum Beispiel „attac“

„Unilateralismus“: Verhalten eines Staates, der allein handelt, ohne sich den Regeln der verschiedenen internationalen Organisationen zu unterwerfen (¹ Multilateralismus)

Nachhaltige Entwicklung: Entwicklungsmodell, das versucht, Wirtschaftswachstum und Umweltschutz zum Wohle künftiger Generationen in Einklang zu bringen.

 

 

Les deux thèmes spécifiques à étudier

 

I Entwicklungschancen – Vertiefung der Ungleichheit

 

Die reichsten 20 Prozent der Weltbevölkerung verfügen über 80% des weltweiten Einkommens.

Jeder vierzehnte Mensch lebt in einem Staat, dessen Bevölkerung es im Jahr 2003 sogar schlechter ging als Anfang der 1990er Jahre.

Der Wettbewerbsdruck zwischen Anbietern steigt.

Das Entstehen von freien Produktions- und Sonderwirtschaftschaftszonen (zones économiques spéciales) in China zB entwickelt sich.

 

Intensivierung der Internationalen Arbeitsteilung: sie ist die weltweite geografische Verteilung wirtschaftlicher Aktivitäten, die sich an den Standortvorteilen bestimmter Länder orientiert (z. B; günstige Arbeitskräfte für die Textilindustrie in China).

Massive Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Osteuropa  (nach dem Zusammenbruch des sowjetischen  Herrschaftssystems) und in die Volksrepublik China, die einen riesigeren Absatzmarkt ermöglicht.

Neue Weltwirtschaftsordnung (NWWO) seit den 1960er-Jahren von den Entwicklungsländern gefordert. Das heißt der Autonomieverlust des Nationalstaats und die Regionalisierung auf weltlicher Ebene

Räumliche und soziale Mobilität

Polarisierung sozialer Schichtung (gated communities, soziale Brennpunkte)

Entstehen von „Global Cities“

 

Die Triade ist der Hauptakteur der Globalisierung- Bis heute werden die USA, Japan und die Länder der EU als Gravitationszentren der Politik und Wirtschaft betrachtet. (Der Japaner Ohmae sprach 1985 von diesen als "Triade"). Dort konzentriert sich 81% des Welt-BIP, 86% des Börsenkapitals, 70% der Industrie-Produktion, 85% der Forschung und Entwicklung, 80% der ADI (ausländische Direktinvestitionen).

 

Die internationalen Unternehmen sind auch Hauptakteure der Globalisierung. Von den 200 welweit größten multinationalen Konzernen (« Global players ») sind etwa 69 in Europa, 82 in den USA beheimatet; es folgt Japan mit 41 . Allerdings steigt auch die Zahl der koreanischen (chaebol), chinesischen und russischen « global players ».

Der größte Teil der multinationalen Aktivitäten findet in den Industrienationen statt. Rund 65000 multinationale Unternehmen mit insgesamt 850000 Tochterunternehmen wickeln etwa ein Drittel des gesamten Welthandels untereinander ab.

 

Aber Norden und Süden wechseln: Auf weltlicher Ebene gibt es reiche, hochentwickelte Länder:  „die Länder des Nordens“ und arme Länder: die des Südens Die „Länder des Südens“ sind die Entwicklungsländer. Heute muss man differenzieren. Indien und China sind zwei „Schwellenländer“, die dem Norden nahe kommen, weil sie einen bedeutenden Aufschwung erleben. In dem Süden stellen die Erdölländer wie Saudi-Arabien und Nigeria eine Ausnahme von der Regel dar.

 

 

 

Gewinner der Globalisierung

Die Schwellenländer, vor allem in Ost- und Südostasien, in Lateinamerika aber auch ex-sozialistische Staaten in Osteuropa bewältigen zunehmend den Strukturwandel und positionieren sich entsprechend ihrer komparativen Vorteile im internationalen Standortwettbewerb.

Der Intraperipherie-Handel (Süd-Süd) wächst seit der Jahrtausendwende sehr rasch.

Viele Länder konnten ihren Anteil der Industriegüter an der gesamten Warenausfuhr erheblich steigern. Besonders erfolgreich waren die « Tiger-Staaten » (Bébés tigre) und China. China ist zur zweitgrößten Exportmacht geworden.

Die Explosion der Rohstoffpreise seit 2004 veranlasst den Aufstieg neuer Akteure der Weltwirtschaft: die Ölstaaten und Russland verfügen über  riesige Exportüberschüsse und übernehmen zunehmend Börsenfirmen der Triade-Staaten.

Als Folge ihrer außenwirtschaftlichen Öffnung konnte die Gruppe der Entwicklungsländer ihren Welthandelsanteil zwischen 1975 und 2007 von 12 % auf  32%, mehr als verdoppeln.

Besonders bevorzugt sind manche Schnittstellen, wie an der US-Mexiko Grenze (maquiladoras) und allgemein die Küstenregionen.

Verlierer der Globalisierung

Denjenigen Ländern, die die Integration in die Globalisierung nicht leisten können, droht die Gefahr der Verarmung und Unterentwicklung, da ihre Wettbewerbsfähigkeit immer mehr abnimmt. Zu diesen unglücklichen Staaten gehören sehr viele afrikanischen Länder, aber auch viele in Asien (abgeschottete Länder wie Nordkorea, Laos, Afghanistan) und Lateinamerika.

Innerhalb der Staaten entstehen neue Armutsviertel, nachdem oft Sozialversicherungsnetze abgebaut wurden. Sogar in China, das im Bereich des Wachstums ein Hauptgewinner der Globalisierung ist, leben heute Millionen Menschen als Wanderarbeiter in der Unsicherheit und unter der Armutsgrenze.

Auch in den Industriestaaten bedeutet der Abbau des Sozialstaates die Bildung von Armutsvierteln (Vororte in französischen Städten)

Auch die regionalen Disparitäten haben sich oft vertieft, besonders zwischen Küstenregionen und inneren Regionen in China oder Brasilien.

 

 

II Globalisierung der Kulturen – Vereinheitlichung der Welt?

 

Auf dem Weg zu einer „Weltkultur“? Sich als richtiger Weltbürger fühlen?

Die Unterhaltungsindustrien bringen überall sich gleichende „Produkte“ auf den Markt (Fernsehprogramme, Kinokomplexe, Freizeitparks wie Disney, Sportveranstaltungen, usw.)

Multikultur mit zahllosen neuen Kontakt-Möglichkeiten (Internet)

Kulturimperialismus („McDonaldisierung“) = der Trend zur Vereinheitlichung

Dank der neuen Informationstechnologien ist unser Planet auf dem Weg zu einem „globalen Dorf“. In Sekundenschnelle können Informationen auf der gesamten Erde im Internet übermittelt werden, Entscheidungen können dadurch an entfernt gelegenen Standorten sofort realisiert werden.

In Videokonferenzschaltungen, werden beispielsweise Distanzen überwunden, was Zeit und Geld spart.

80% des audiovisuellen Marktes kontrollieren Medienkonzerne der „Triade“. Die Internet-Anschlüsse bleiben z.T. noch den Industrieländern vorbehalten. Aber die reichen Länder müssen bereits z.B. bei der Software-Produktion mit der wachsenden Konkurrenz von Indien rechnen.

 

Soll man die kulturelle Vielfalt vertreten? = Kulturelle Ausnahme: exception culturelle

Dieser Begriff bezeichnet die Gesamtheit der Kulturen der Welt, die als ein zu sehr geschütztes Erbe betrachtet wird. Französische kulturelle Ausnahme zB.

Regionalismus auf innerstaatlicher und supranationaler Ebene (Betonung der regionalen kulturellen Identität)

Bewahrung der Vielsprachigkeit in der Welt

 

Wenn die kulturelle Grenze ganz abgeschafft wäre


Mögliche Vorteile:

- das Gefühl haben, einer groβen Gemeinschaft anzugehören

- frei reisen können

- von beiden Ländern profitieren

- den Frieden sichern

- Vorurteile abbauen

- die Austausche fördern

Mögliche Nachteile:

- Alles vereinheitlichen

- seine Merkmale/ Besonderheiten verlieren

- seine Identität aufgeben

- keine richtigen Wurzeln mehr haben

- Traditionen aufgeben

- langweilig, einförmig werden


Vokabeln

die Verflechtung = die Vernetzung: l’interdépendance (interpénétration et interconnection

der Ursprung (¨-e) ; l’origine

ursprünglich: originel (adj)/ d’origine (adv)

Der Höhepunkt: l’apogée, le point culminant

Der Fortschritt : le progrès

Das Abkommen : l’accord

das Einkommen: le revenu

Der Wettbewerb (e): la concurrence  (Standortwettbewerb: situation de concurrence) = die Konkurrenz

die Volkswirtschaft: économie nationale

die Verlagerung: la délocalisation

die soziale Schichtung: la stratification sociale

der Absatzmarkt: le débouché

die Zunahme (-n): l’augmentation  // der Anstieg (-e): la montée

der Druck (¨-e) : la pression (›› drucken: imprimer, et drücken: serrer)

der Anbieter: l’offrant

die Ausweitung: l’élargissement

der Verlust (-e): la perte

auf kommunaler/nationaler Ebene: à l’échelle communale, nationale (die Ebene)

Se rapprocher de: etwas (au datif) nahe kommen  (einer Sache  nahe kommen)

                             Sich jemandem nähern

die Entwicklungsländer : les pays en voie de développement

die Schwellenländer : les pays du seuil

die Erdöllander : les pays pétroliers

eine Ausnahme von der Regel darstellen : faire exception à la règle

entstehen: se constituer, se former (utilisé aussi comme substantif ou die Entstehung)

die Dienstleistung : la prestation de service // „Tertiärisierung“

die Bewahrung: la préservation

die Schnittstelle (n): l’interface

die Vollbeschäftigung : le plein emploi  

die Kaufkraft: le pouvoir d’achat

käuflich: à vendre ou corruptible

die Migrationenströme: les flux migratoires

bevorzugen: préférer, favoriser

die Armutgrenze: le seuil de pauvreté

abschaffen: abolir ( die Abschaffung)

der Vorurteil: le préjugé

die Mischung: le métissage

der Gastarbeiter, die Gastarbeiterin: l’émigré, l’émigrée.

die Wurzel (n): la racine