Die Wiedervereinigung

 

Wende in der DDR

 

Am 2. Mai 1989 begann Ungarn die Anlagen an der Grenze zu Österreich abzubauen

9       Massenflucht von DDR-Bürgern (Sommer 1989)

Am 9. Oktober hörte man auf einer Montagsdemonstration mit 70 000  Teilnehmern erstmals den Ruf „Wir sind das Volk“, womit politisches Mitspracherecht eingefordert wurde.

Trotz allem lud die DDR-Regierung unter Erich Honecker zur Feier zum 40. Jahrestag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik nach Berlin ein.

Am 5. Oktober deutete Gorbatschow zu Honecker mit seinem inzwischen sprichwörtlich gewordenen Hinweis : „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

9   Erich Honecker trat zurück

9       Egon Krenz

 

Bestrafen: punir

Der Teilnehmer: le participant

Das Mitspracherecht: le droit d’intervention

 

Fall der Mauer am 9. November 1989

Seit dem 3. November durften DDR-Bürger ohne Formalitäten über die Tschechoslowakei ausreisen, es kam zu einer erneuten Ausreisewelle.

Am 4. November kam es auf dem Berliner Alexanderplatz mit etwa einer Million Teilnehmern zur riesigen  Demonstration; dies wurde vom Fernsehen live übertragen.

Am 7. November traten die Regierung und das Politbüro zurück.

Am 9. November um 18:57 Uhr verlas Günter Schabowski vor laufenden Kameras, dass ab sofort Privatreisen ins „Ausland“ (also auch in die Bundesrepublik und nach West-Berlin) ohne Vorliegen von Voraussetzungen erlaubt würden. Tausende eilten an die Grenzen. Die unvorbereiteten Grenzsoldaten öffneten die Übergänge der Berliner Mauer und der Grenze zur Bundesrepublik. Es kam zu Freudenszenen; fremde Menschen feierten miteinander.

Bundeskanzler Helmut Kohl unterbrach seinen Staatsbesuch in Warschau und sprach am Abend des 10. November vor dem Schöneberger Rathaus im Westteil Berlins bei einer Versammlung vor 30.000 Teilnehmern aus Ost und West. Der SPD-Ehrenvorsitzende Willy Brandt prägte (?) dort den Satz : „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“.

Die Welle(n): la vague

Die Voraussetzung: la condition

Der Ehrenvorsitzende/ der Ehrenpräsident : le président honoraire / le président d’honneur

Weitere Entwicklung in der DDR und der Bundesrepublik

Am 13. November 1989 wurde Hans Modrow als DDR-Ministerpräsident von der Volkskammer gewählt. Bereits am 28. November präsentierte Kohl im Deutschen Bundestag in Form eines Zehn-Punkte-Programms einen Vorschlag für eine Konföderation zwischen der DDR und der Bundesrepublik.

Im Januar 1990 änderte sich der Ton der immer noch stattfindenden Montagsdemonstrationen von „Wir sind das Volk“ zu „Wir sind ein Volk“ und „Deutschland einig Vaterland“ (ein Zitat aus der Hymne der DDR).

 

Am 18. März wurde die erste freie Volkskammer gewählt. Hierbei errang die Allianz für Deutschland, ein Wahlbündnis aus der CDU, der Deutschen Sozialen Union (DSU) und dem Demokratischen Aufbruch (DA) überraschend eine deutliche Mehrheit.

 

Am 1. Juli trat die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR in Kraft und die Deutsche Mark wird offizielles Zahlungsmittel in der DDR. In einer Fernsehsprache an diesem Tag prognostizierte Helmut Kohl mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung „Blühende Landschaften“.

 

Am 31. August 1990 folgte der Einigungsvertrag ; der sieht insbesondere vor:

Zwei-plus-Vier-Vertrag

Aus Manuel franco-allemand terminales page 137

 

Am 3. Oktober 1990 wurde mit dem Beitritt der DDR gegründeten Länder zum Geltungsbereich (secteur de validité) des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland die Wiedervereinigung Deutschlands vollzogen.